Roman Das kleine Cottage am Meer lehnt an Hut und Sonnenbrille

Debbie Macomber: Das kleine Cottage am Meer

Stöberst du auch manchmal in den Kisten mit „Mängelexemplaren“? Meine Mutter ist darin quasi Expertin und sichert sich so meistens ihre Urlaubslektüre. Ich dagegen habe in den letzten Jahren vielleicht maximal zwei Mal tatsächlich Glück gehabt und etwas gefunden, was mich ansprach. Sonst scheinen schon andere Schnäppchenjäger die besten Exemplare vor mir zu finden. So kam ich aber in diesem Sommer voller Ungewissheit, wie ein Urlaub außerhalb Balkonien möglich ist, zu Debbie Macombers „Das kleine Cottage am Meer“. Was nach einem Roman mit viel Herzschmerz, Schmalz und vorhersehbaren Entwicklungen klingt, entpuppte sich als Überraschungskiste und der Frage: was passiert, wenn ein Moment dein ganzes Leben verändert und nur du zurück bleibst…

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Meike Werkmeister: Sterne sieht man nur im Dunkeln

Urlaub im Jahr 2020 ist und bleibt ein emotionales Thema. Wegfahren? Wenn ja, wohin? Augen zu und durch und eventuelle Risikogebiete dennoch besuchen? Mein Bauchgefühl ist vor allem seit diesem Jahr für mich ein enorm wichtiger Gradmesser, nicht erst seit Covid-19. Also kurz hineingefühlt und es war klar, Urlaub wie in den letzten Jahren wird es so nicht geben. Wichtig ist aber, dass wir uns erholen und möglichst häufig die Jogginghose anhaben. Schon im Mai, als die erste „Welle“ gefühlt durch war, und die ersten Pensionen wieder öffneten, fuhren wir also an die Ostsee. Hauptsache raus, Hauptsache mal den Kopf frei bekommen. Dafür suchte ich noch die perfekte Romanbegleitung, die bloß keine Schreckensszenarien enthält oder Endzeitstimmung aufzeigt. Ein bisschen Träumerei wäre doch ganz nett! Aber war die bei „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ wirklich möglich?

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Julia Holbe: Unsere glücklichen Tage

Der Sommer 2020 ist definitiv ein Besonderer. Für die meisten fällt Urlaub außerhalb Deutschlands dank Corona flach. Zu groß ist das mulmige Bauchgefühl oder die Angst bei einem spontanen Lockdown nicht mehr zurück nach Hause zu kommen. Wessen  Angehörige zu einer so genannten „Risikogruppe“ gehören, und sie schlimmstenfalls nicht besuchen darf, befindet sich quasi in Daueralarmbereitschaft. Wir denken wehmütig an die freien Tage im letzten Jahr zurück, als es völlig normal war sich in einem überfüllten Café zu verabreden, sich zur Begrüßung zu umarmen und als man Desinfektionsmittel gedanklich eher dem medizinischen Bereich zuordnete. Jetzt versuchen wir aus der Situation das Beste zu machen, sich trotz schwankender Fallzahlen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und zumindest ein bisschen Sommerstimmung zu tanken, was auf einem Minibalkon mit Plantschbecken direkt an der stark befahrenen Straße gar nicht so einfach ist. Ich habe mich in den letzten aufregenden Wochen auch zunächst eher aufraffen müssen, um mal wieder zu lesen. Zu groß war die alltägliche Informationsflut, die eingeordnet werden musste. Erst durch den Klappentext von Julia Holbes „Unsere glücklichen Tage“, und den leicht sentimentalen Gedanken zurück an einen vergangenen Sommer, konnte ich endlich versuchen die Realität hinter mir lassen. Aber habe ich mich vielleicht zu früh gefreut?

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Jojo Moyes: Wie ein Leuchten in tiefer Nacht

Sie gehört definitiv zu meinen Lieblingsautoren- Jojo Moyes. Selten schafft es eine Autorin mich so mit einem Thema zu begeistern, von dem ich nicht mal wusste, dass es mich bewegen kann. Mit ihr kam ich zum ersten Mal mit den Themen Behinderung und Sterbehilfe in der Literatur in Berührung  (ich habe tonnenweise Taschentücher beim Lesen verbraucht), habe Paare um ihre Ehe, und Frauen um ihre Selbstständigkeit kämpfen sehen. Und immer wieder sind da Geheimnisse, die in der Vergangenheit liegen, unausgesprochene Sehnsüchte und Wünsche, die doch irgendwann ans Licht kommen.  Durch sie habe ich überhaupt erst davon erfahren, dass viele australische Frauen in den 40ern mit dem Schiff nach England gebracht wurden, um dort mit ihren Verlobten vereint zu werden, die sie vielleicht nur wenige Tage aus ihrem Kriegseinsatz kennen. Frauen zwischen zwei Welten. Besonders die starken weiblichen Charakter haben es Moyes scheinbar angetan, denn auch in „Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ sind es gerade die Frauen, die über sich hinaus wachsen und zu Pionieren für eine neue Generation werden. Weiterlesen

Rezension The Booklettes Rebecca Martin die vergessene Freundin

Rebecca Martin: Die vergessene Freundin

Mit den Autoren ist es wie mit einem Friseur. Hat man einmal einen guten gefunden, möchte man am liebsten dort bleiben und wechselt nur schwer, weil man ihm schon sehr vertraut. So ist es bei mir jedenfalls und meine Bücherregale spiegeln das auch wieder. Häufig besitze ich von einem Autoren gleich mehrere Romane, ganz vorn liegen dabei Cecelia Ahern, Kate Morton oder Lori Nelson Spielman. Rebecca Martin begegnete mir zum ersten Mal durch ihren Roman „Die geheimen Worte“. Ich war schon nach den ersten Zeilen total gefesselt und konnte nicht aufhören zu lesen. Umso mehr freute ich mich, dass ich nun, nach einiger Zeit ohne neuen Roman von ihr, wieder ein Buch von ihr sah, dessen Klappentext mich neugierig machte. Ein altes Kino, eine Familiengeschichte, Freundschaft und Tragik. Aber klang das nicht zu schön, um wahr zu sein? Weiterlesen

Ein Buchladen zum Verlieben Katarina Bivald btb Verlag

Katarina Bivald: Ein Buchladen zum Verlieben

„Ein Buchladen zum Verlieben“ von Katarina Bivald hörte sich nach dem perfekten Buch für mich an.  Es geht um Sara, eine junge Schwedin, die eine Brieffreundschaft mit Amy startet. Amy ist bereits über 70 und lebt in einer Kleinstadt in Iowa, USA. Sie tauschen sich Bücher aus und schreiben sich über ihr Leben. Nach einiger Zeit beschließt Sara in die USA zu reisen, um Amy persönlich kennenzulernen. Doch dort angekommen muss sie erfahren, dass Amy gerade gestorben ist. Nun sitzt sie dort, in Broken Wheel, einem winzigen Städtchen mitten im Nirgendow, indem seine Bürger vor sich hin vegetieren… Weiterlesen