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Julia Holbe: Unsere glücklichen Tage

Der Sommer 2020 ist definitiv ein Besonderer. Für die meisten fällt Urlaub außerhalb Deutschlands dank Corona flach. Zu groß ist das mulmige Bauchgefühl oder die Angst bei einem spontanen Lockdown nicht mehr zurück nach Hause zu kommen. Wessen  Angehörige zu einer so genannten „Risikogruppe“ gehören, und sie schlimmstenfalls nicht besuchen darf, befindet sich quasi in Daueralarmbereitschaft. Wir denken wehmütig an die freien Tage im letzten Jahr zurück, als es völlig normal war sich in einem überfüllten Café zu verabreden, sich zur Begrüßung zu umarmen und als man Desinfektionsmittel gedanklich eher dem medizinischen Bereich zuordnete. Jetzt versuchen wir aus der Situation das Beste zu machen, sich trotz schwankender Fallzahlen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und zumindest ein bisschen Sommerstimmung zu tanken, was auf einem Minibalkon mit Plantschbecken direkt an der stark befahrenen Straße gar nicht so einfach ist. Ich habe mich in den letzten aufregenden Wochen auch zunächst eher aufraffen müssen, um mal wieder zu lesen. Zu groß war die alltägliche Informationsflut, die eingeordnet werden musste. Erst durch den Klappentext von Julia Holbes „Unsere glücklichen Tage“, und den leicht sentimentalen Gedanken zurück an einen vergangenen Sommer, konnte ich endlich versuchen die Realität hinter mir lassen. Aber habe ich mich vielleicht zu früh gefreut?

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bücherregal im buchladen book in bar in aix-en-provence

„Book in Bar“ – Café und Buchladen in Aix-en-Provence

Es gibt der Vergangenheit kein Urlaubsziel, bei dem ich nicht mindestens ein Mal in einem einheimischen Buchladen landete und somit mein Urlaubsbudget schmerzlich belastete. Da ich von Natur aus sehr neugierig bin, liebe ich es dort herumzustöbern, zu sehen, wer ebenfalls gerade die Regal durchforstet und wer mit den Experten vor Ort über Bücher fachsimpelt. Das Schöne am Urlaub ist ja auch, dass man keine Verpflichtungen hat und sich einfach treiben lassen kann. Darum trieb mich das französische „laissez-faire“, und auch die heiße Mittagssonne, von der Flaniermeile Cours Mirabeau in die kühleren Gassen von Aix-en-Provence, wo ich durch die typischen kleinen Läden und Boutiquen bummelte und ein verstecktes Schmuckstück fand.

Internationaler Buchladen und Café mit Wohnzimmeratmosphäre

Das „Book in Bar“ ist von außen recht unscheinbar. In der Rue Joseph Cabassol gelegen, weist das Schild mit dem Teekessel und den Büchern sowie das Namensschild auf das Café hin. Im Inneren wird aber schnell klar, dass man hier für eine Weile seine Sorgen, und auch die Zeit vergessen kann. Wohin man sich auch umschaut, überall stehen und liegen Bücher. In Regalen, auf der Theke, auf Sideboards. Dazwischen weisen Poster auf Neuerscheinungen hin oder auf eine anstehende Veranstaltung. Der Laden erstreckt sich über mehrere Etagen. Es stehen Sessel, Stühle und verschiedene einladende Tischarrangements aus dunklem Holz, und Lampen mit gemütlichem Licht bereit, um sich dort für eine Weile niederzulassen. Auf kleinen Wimpeln stehen interessante Informationen zu Autoren, über das Lesen an sich oder Buchinspirationen. Apropos Inspiration, die gibt es hier ausreichend. Kein Wunder bei der Masse an fremdsprachigen Büchern. Bei acht verschiedenen Sprachen habe ich aufgehört zu zählen und konzentrierte mich lieber auf meinen Tee und die von mir ausgewählten Bücher, die vor mir lagen.

 

 

 

Was einige Buchhandlungsketten bereits versuchen zu vereinen, gelingt hier auf sehr natürliche und gemütliche Weise: das Lesen und Kaffee trinken miteinander verbinden. Willkommen ist, wer Ruhe und Buchinspiration sucht, aber auch ins Gespräch kommen möchte. Während ich mich über eine große Auswahl englischsprachiger Bücher freute,  eine kleine Seltenheit in Frankreich, wird das Café mit seinen verwinkelten, gemütlichen Ecken scheinbar auch für Unterricht genutzt. Am Tisch im Eingangsbereich verbesserte eine Amerikanerin ihr Französisch mit einem Lehrer und hunderten von Karteikarten, während direkt neben mir mehrere Mädchen scheinbar für eine schwere Abschlussprüfung lernten. Das Fluchen konnte ich auch ohne entsprechende Vokabeln verstehen. Für die Pause zwischendurch werden an der Selbstbedienungsbar neben diversen Tee- und Kaffeespezialitäten, Smoothies und Säften weitere Leckereien, wie z.B. Muffins und Cookies angeboten, auch zum Mitnehmen. Wer ganz in seiner Lektüre abtauchen will, bekommt seine Bestellung sogar an den Platz gebracht.  Das „Book in Bar“ ist ein Ort des Zusammenkommens. Darum finden hier regelmäßig Lesungen, Vorträge und auch Treffen von Buchclubs statt. Wie die freundliche Angestellte mir erzählt, werden auch Kinder schon früh hier willkommen geheißen, um ihnen das Leser näher zu bringen.

Die große Auswahl und die entspannte Atmopshäre haben dafür gesorgt, dass ich tatsächlich länger als geplant in meinem Sessel saß und die Stadt draußen komplett ausblendete. Dieser Laden war für mich eine Überraschung, die ich nur zu gern an euch weitergebe. Wer in Aix-en-Provence ist, sollte dort unbedingt in die Welt der Bücher eintauchen. 

 

„Book In Bar“

4 rue Joseph Cabassol,

13100 Aix-en-Provence

 

 

 

 

 

 

 

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Bettina Storks: Das geheime Lächeln

Ich glaube, ich hatte dieses Buch mindestens vier Mal in den Händen, bevor ich es dann endlich mitgenommen habe. Keine Ahnung, was mich vorher immer daran hinderte, aber diesmal war wohl endlich die richtige Zeit, die richtige Stimmung oder es war kosmische Bestimmung…nein, Quatsch. Ich hatte einfach Bock drauf. Schuld war der Klappentext, den ich ja tatsächlich immer wieder auch lese und mir dann genau überlege, ob ich mir vorstellen kann, genau mit diesem Buch abends einzuschlafen- denn sind wir mal ehrlich, das passiert mir so ziemlich fast täglich. Auf dem Cover sehen wir also eine Frau im grünen Mantel, die den Leser leicht anlächelt, im Hintergrund eine Stadtszene. Sieht also schonmal sehr mysteriös aus, dann on top dieser Titel. Ich kann schon verraten: dieses Cover hat absolut nichts mit der weiteren Story zu tun.  Weiterlesen