cover roman jenny colgan wo dich das leben anlächelt

Jenny Colgan: Wo dich das Leben anlächelt

Jenny Colgan gehört für mich persönlich zu den besten Autoren-Entdeckungen der letzten Jahre. Auch wenn es zunächst eher eine Zufallsbekanntschaft war, die mit der „Kleinen Sommerküche am Meer“ begann, bin ich ihr bis heute treu geblieben. Wenn ich im Buchladen stehe, und etwas Neues von ihr entdecke, freue ich mich und nehme mir vor, für die nächsten 48 Stunden nicht erreichbar zu sein, weil ich ab sofort etwas vorhabe. Ich weiß mittlerweile, dass ich bei Jenny Colgans Romanen schnell in den Lesefluss komme, meine Außenwelt komplett abschalte und bisher immer ein wenig traurig war, wenn ich mit dem Buch fertig war. Durchweg gute Zeichen, oder? Nun ist es ja bei funktionierenden Beziehungen auch gelegentlich so, dass man bequem wird und Überraschungen dann auch einmal schief gehen können. Es gab also den einen Moment, in dem ich „Wo dich das Leben anlächelt“ in der Hand hielt und kurz zögerte, es mitzunehmen. Kann das gutgehen? Schon wieder ein Roman, den ich einfach regelrecht weglese? Da muss es doch einen Haken geben!

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cover sterne sieht man nur im dunkeln vor einem meer mit dünengras

Meike Werkmeister: Sterne sieht man nur im Dunkeln

Urlaub im Jahr 2020 ist und bleibt ein emotionales Thema. Wegfahren? Wenn ja, wohin? Augen zu und durch und eventuelle Risikogebiete dennoch besuchen? Mein Bauchgefühl ist vor allem seit diesem Jahr für mich ein enorm wichtiger Gradmesser, nicht erst seit Covid-19. Also kurz hineingefühlt und es war klar, Urlaub wie in den letzten Jahren wird es so nicht geben. Wichtig ist aber, dass wir uns erholen und möglichst häufig die Jogginghose anhaben. Schon im Mai, als die erste „Welle“ gefühlt durch war, und die ersten Pensionen wieder öffneten, fuhren wir also an die Ostsee. Hauptsache raus, Hauptsache mal den Kopf frei bekommen. Dafür suchte ich noch die perfekte Romanbegleitung, die bloß keine Schreckensszenarien enthält oder Endzeitstimmung aufzeigt. Ein bisschen Träumerei wäre doch ganz nett! Aber war die bei „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ wirklich möglich?

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Buchcover Eleanor Oliphant neben Blumentopf

Gail Honeyman: Ich, Eleanor Oliphant

Ich hatte bereits über das Phänomen gesprochen, dass einen manche Bücher gefühlt verfolgen. So ging es mir mit „Ich, Eleanor Oliphant“ seit x Monaten. Die Coverfarbe in dezentem Knallgelb war einerseits nicht zu übersehen, aber auch in diversen sozialen Netzwerken, wurde darüber diskutiert. Okay, gewonnen. Ich dachte, es wäre gar nicht so schlecht zu diesem Anlass mal wieder etwas in der Originalsprache zu lesen, weil ich mir einbilde, dass ich so meine Englischkenntnisse einigermaßen fit halte. Komischerweise habe ich nicht einmal im Vorfeld recherchiert, worum es überhaupt in diesem Roman geht. Also hieß es: gesehen, gekauft, gelesen. Oftmals bereut man genau dieses Vorgehen..

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hardcover nicholas sparks wenn du zurückkehrst vor blumen

Nicholas Sparks: Wenn du zurückkehrst

Wir haben wohl alle bestimmte Familienangehörige und Freunde schon eine ganze Zeit lang nicht mehr „live“ gesehen. Einfach mal an einem Wochenende quer durch Deutschland fahren, um ein paar Tage zusammen zu verbringen, ist derzeit einfach keine gute Idee. Ich sehe meine Schwiegereltern dank 515 km Entfernung sowieso schon recht selten. Als mein Mann jetzt einen runden Geburtstag feierte, und wir dank Corona die große Party inklusive vieler lieben Menschen und Umarmungen nicht schmeißen konnten, beschlossen wir dennoch seine Eltern zu sehen. Wie ihr bereits wisst, gibt es dort meinen allerliebsten Buchladen, den ich auch jedes Mal besuchen MUSS. Da ich die beste Schwiegermutter von allen habe, hat sie mir ein Buch spendiert. Ich habe nicht mal eine Sekunde überlegt, welches das sein würde, denn erst ein paar Tage zuvor hat der „Herz-Schmerz-König“ Nicholas Sparks seinen neusten Roman „Wenn du zurückkehrst“ veröffentlicht. 448 Seiten, das Hardcover und ich verzogen uns quasi sofort. Weiterlesen

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Bettina Storks: Leas Spuren

Kennt ihr das, wenn ihr in einem Buchladen steht und euch einfach nicht entscheiden könnt? Es gibt Tage, da weiß ich ganz genau, dass ich, trotz riesigem Stapel ungelesener Bücher, unbedingt heute ein neues Buch brauche. Wenn ich also irgendwann ratlos bin, gehe ich in Gedanken die Autoren durch, die mich in der Vergangenheit überzeugt haben. Bettina Storks kenne ich seit „Das geheime Lächeln“ (mit einem Klick zur Rezension) Damals begeisterte mich ihr Gefühl für Momentaufnahmen, ihre Detailliebe bei Handlungsorten und das gekonnte Verweben von historischen Fakten und Fiktion. Auch, wenn das Buch, das ich zuletzt las (Julia Holbe, „Unsere glücklichen Tage“) ebenfalls in Frankreich spielte, und meine Frankophilie auch kein Geheimnis mehr ist, habe ich mich damals im Buchladen für einen Roman von Bettina Storks entschieden, der in Deutschland und in Paris spielt. Nun liegt es in der Natur von Erwartungen, dass diese meistens eher zu hoch gesteckt werden und die Enttäuschung nicht weit ist. Ob mich „Leas Spuren“ auch begeisterten erfahrt ihr jetzt. Weiterlesen

roman ein sommer unter apfelbäumen mit äpfeln und tuch

Eva Seifert: Ein Sommer unter Apfelbäumen

Dieser Sommer fühlt sich definitiv nicht an, wie die davor. Irgendwie fehlt mir die Leichtigkeit oder das Gefühl von „einfach mal treiben lassen“, wenn die Tage lang waren und der Duft von Sonnencreme und Meer abends in den Haaren hing. Natürlich versuche ich genau wie viele andere das Beste aus der Situation zu machen, ich esse z.B. sehr viel Eis, nutze jeden Sonnenstrahl an der frischen Luft so gut es geht und träume mich dann irgendwo an den Strand, Sommerplaylist sei Dank. Aber wir haben mittlerweile schon August, wo ist um Himmels Willen das Jahr hin? Erlebe ich noch ein paar Tage von meinem persönlichen „perfekten Sommer“? Während ich also eher einen „Sommer mit meinen nervtötenden, lauten Nachbarn“ verbringe, habe ich auf dem Balkon in Rekordzeit „Sommer unter Apfelbäumen“ gelesen und bin dabei nach Wales gereist. Weiterlesen

cover unsere glücklichen tage mit alter kanne

Julia Holbe: Unsere glücklichen Tage

Der Sommer 2020 ist definitiv ein Besonderer. Für die meisten fällt Urlaub außerhalb Deutschlands dank Corona flach. Zu groß ist das mulmige Bauchgefühl oder die Angst bei einem spontanen Lockdown nicht mehr zurück nach Hause zu kommen. Wessen  Angehörige zu einer so genannten „Risikogruppe“ gehören, und sie schlimmstenfalls nicht besuchen darf, befindet sich quasi in Daueralarmbereitschaft. Wir denken wehmütig an die freien Tage im letzten Jahr zurück, als es völlig normal war sich in einem überfüllten Café zu verabreden, sich zur Begrüßung zu umarmen und als man Desinfektionsmittel gedanklich eher dem medizinischen Bereich zuordnete. Jetzt versuchen wir aus der Situation das Beste zu machen, sich trotz schwankender Fallzahlen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und zumindest ein bisschen Sommerstimmung zu tanken, was auf einem Minibalkon mit Plantschbecken direkt an der stark befahrenen Straße gar nicht so einfach ist. Ich habe mich in den letzten aufregenden Wochen auch zunächst eher aufraffen müssen, um mal wieder zu lesen. Zu groß war die alltägliche Informationsflut, die eingeordnet werden musste. Erst durch den Klappentext von Julia Holbes „Unsere glücklichen Tage“, und den leicht sentimentalen Gedanken zurück an einen vergangenen Sommer, konnte ich endlich versuchen die Realität hinter mir lassen. Aber habe ich mich vielleicht zu früh gefreut?

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Katherine Webb: Die Frauen am Fluss

Ich hatte gehofft, dass wir, wenn ich diese Rezension schreibe, uns schon in der Zeitrechnung „Nach-Corona“ befinden und wir schon mehr oder weniger zu unserem üblichen Alltag zurückgefunden haben. Stattdessen höre ich immer mehr Geschichten aus meinem Umfeld, wie versucht wird Familie, Job und Kinderbetreuung zu vereinbaren, nicht durchzudrehen und irgendwie weiterzumachen. Meine Nachbarin genoss gestern ein paar ruhige Minuten ohne Nachwuchs, ihr Mann hatte die Kids „übernommen“. In dieser fast schon heiligen Zeit, saß sie auf einer Liege im Hof und las in Ruhe ein Buch. In den letzten Monaten habe ich auch an mir beobachtet, dass wenn mir die Situation über den Kopf zu wachsen schien, und ich nicht zur Ablenkung weitere x Kilometer spazieren gehen wollte, nur noch das Lesen half, um etwas ruhiger zu werden. Kennt ihr das auch? Vielleicht findet ihr hier auf unserem Blog Inspiration für euren „Moment zum Durchatmen“, das nächste Buch, das ihr lest. Von Katherine Webb habe ich bereits viele Frauenromane gelesen, wie z.B. „Das fremde Mädchen“. Besonders jetzt suche ich aktiv nach Romanen mit hoher Seitenanzahl, um möglichst lange Lesen zu können. „Die Frauen am Fluss“ hat knapp 500, vollgepackte Seiten Geschichte- aber lohnen die sich?

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Miquel Reina: Lichter auf dem Meer

Es gibt Bücher, die kaufe ich und lese sie dann ganz bewusst, wenn ich in einer ganz bestimmten Stimmung bin. Es gibt aber auch Bücher, die kaufe ich aus dem Bauch heraus und lese sie dann nur, um meinen Stapel abzuarbeiten. Oder es gibt die Buchkäufe, wo ich zuerst auf das Cover achte und dann einfach hoffe, dass mich der Klappentext genau so überzeugt, wie schon die Front. So war es bei „Lichter auf dem Meer“. Beides fand ich ansprechend- gekauft. Nun muss ich sagen, dass dieser Roman dennoch eine Weile unbeachtet in meiner Buchecke lag, weil ich bewusst in diesen Zeiten der Isolation eher seichte Literatur, oder Lektüre, wo ich schnell einen thematischen Zugang finde, präferiert habe. An einem sonnigen Tag bewaffnete ich mich nun aber mit diesem Exemplar, verzog mich auf meine Lieblingsbank im Grünen, gleich neben einer Pferdekoppel (nein, ich bin kein Großgrundbesitzer) und versank in der Geschichte von Harold und Mary.  Weiterlesen

roman tränen von triest mit kleiner tasse und sukkulente

Beate Maxian: Die Tränen von Triest

Ich nenne es „Therapeutisches Lesen“. Wie ich euch bereits auf unserem Instagram-Kanal verraten habe, half mir das Lesen in den letzten Wochen über das Chaos im Kopf und die innere Unruhe hinweg, die mich seit Wochen, nicht nur wegen der Corona-Krise, täglich auf Trab hielten. Eine Art Therapie also, mein Stapel ungelesener Bücher machte also richtig Sinn. Seit einiger Zeit wartete dort auch eine Italien-Reise auf mich, die ich zwar durch die Einschränkungen aktuell nur in meinem Kopf unternehmen kann, auf die ich mich aber schon sehr freute. Die Autorin Beate Maxian lernte ich auf der Leipziger Buchmesse vor zwei Jahren bei einem Bloggertreffen kennen. Kurz darauf habe ich „Die Frau im hellblauen Kleid“  gelesen und für euch  begeistert rezensiert. Ich mochte ihren Schreibstil sofort und gefühlt habe ich nur einmal kurz mit den Augen geblinzelt und schon war ich mit dem Buch durch. Nun war ich gespannt, ob mich „Die Tränen von Triest“ wohl genau so begeisterten…

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