Roman Das kleine Cottage am Meer lehnt an Hut und Sonnenbrille

Debbie Macomber: Das kleine Cottage am Meer

Stöberst du auch manchmal in den Kisten mit „Mängelexemplaren“? Meine Mutter ist darin quasi Expertin und sichert sich so meistens ihre Urlaubslektüre. Ich dagegen habe in den letzten Jahren vielleicht maximal zwei Mal tatsächlich Glück gehabt und etwas gefunden, was mich ansprach. Sonst scheinen schon andere Schnäppchenjäger die besten Exemplare vor mir zu finden. So kam ich aber in diesem Sommer voller Ungewissheit, wie ein Urlaub außerhalb Balkonien möglich ist, zu Debbie Macombers „Das kleine Cottage am Meer“. Was nach einem Roman mit viel Herzschmerz, Schmalz und vorhersehbaren Entwicklungen klingt, entpuppte sich als Überraschungskiste und der Frage: was passiert, wenn ein Moment dein ganzes Leben verändert und nur du zurück bleibst…

Plötzlich ist alles anders

Annie verliert auf einen Schlag so gut wie ihre gesamte Familie. Um aus dem tiefen Loch der Trauer langsam in ihr Leben zurückzukehren, fährt sie an einen Ort, an dem sie früher einst so glücklich war, Oceanside. Dort mietet sie ein Cottage und findet in dessen Renovierung eine fast schon therapeutische Beschäftigung. Auch neue Bekanntschaften und ein neuer Job lenken sie immer mehr in ihr neues Leben. Doch ist sie wirklich schon bereits dafür? Und hätte ein Mann in diesem noch zerbrechlichen Glück überhaupt Platz?

Salzwasser heilt viele Wunden

„Das kleine Cottage am Meer“ war mein erster Roman von Debbie Macomber, die mir zuvor tatsächlich noch nie aufgefallen ist. Mich überraschte, dass hinter der Story des Romans eine wahre Begebenheit steckt, die in Amerika geschah und viele Familien regelrecht auslöschte. Da dies bereits auf den ersten Seiten thematisiert wird, hatte ich zunächst einen Kloß im Hals und wusste nicht, was auf mich zukommt. Jedoch fand ich es angenehm, dass sich der Tenor schnell wendete und eine andere Stimmung, eine Mischung aus Sentimentalität, Trauer und vorsichtiger Zuversicht, aufkam. Dank des leichten Schreibstils flog ich schließlich regelrecht über die Seiten. Angenehm fand ich, dass sich hier nicht einfach eine Liebesgeschichte entwickelte, sondern es auch um Verlust und Trauerarbeit ging, die nicht pathetisch und hochdramatisch dargestellt wird, sondern realitätsnah und echt. Ein wenig seltsam fand ich, dass der engere Kreis an Bekannten in Annies Umgebung so klein war. Der Ort scheint fast nur aus den aufgezeigten Charakteren zu bestehen, das hat mich öfter verwundert, ist aber nicht gravierend für den Leseeindruck. Hier handelt es sich, meiner Meinung nach, um einen leichten Sommerroman mit erstaunlich viel Tiefgang zwischendurch, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. 

Horizontal Coverbild Das kleine Cottage am Meer

Autor: Debbie Macomber

Verlag: Blanvalet

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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