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Lucinda Riley: Das Schmetterlingszimmer

An Lucinda Riley kommt man in den Buchläden gar nicht mehr vorbei. Die meisten kennen sie wohl durch ihre „Schwestern-Reihe“, wo ich bereits „Die Sturmschwester“ gelesen und auch rezensiert habe (Einfach klicken und du kommst zur Rezension). Ich habe zwar damals nach diesem Roman aufgehört, die Reihe zu lesen, kannte aber bereits einige andere Werke von ihr, die mir, zumindest meistens, gut gefallen haben. Ich hatte vermutet, dass es für sie als Autorin sicher recht bequem ist die Schwestern-Reihe fortzusetzen, und, dass ich sonst keinen weiteren Lesestoff von ihr finde. Dann fiel mir „Das Schmetterlingszimmer“ in die Hände…

Familie kann man sich nicht aussuchen

Es ist die Lebensgeschichte von Posy, die kurz vor ihrem 70.Geburtstag mit ihrer familiären Vergangenheit konfrontiert wird und auch selbst nicht gerade einfache Familienverhältnisse vorweisen kann. Ein Sohn ist der klassische Loser, der seine Familie schlecht behandelt, beruflich nichts auf die Reihe bekommt und seinen Frust im Alkohol ertränkt. Der andere ist zwar erfolgreich, konnte sich bisher aber noch nie fest binden. Dazu kommt ein alter Verehrer, der eigentlich wieder an ihr interessiert zu sein scheint, aber immer wieder einen Rückzieher macht. Wie wir es bereits gern von Lucinda Riley kennen, wird neben dem gegenwärtigen Handlungsstrang die familiäre Vergangenheit Posys präsentiert, in der sie zunächst eine glückliche Kindheit im prachtvollen Anwesen „Admiral House“ erlebte, doch der Krieg veränderte alles. Ihr Vater stirbt und während die Mutter sich ein eigenes Leben ohne sie aufbaut, wächst Posy bei der Großmutter auf und verfolgt später ihren eigenen, beruflichen Werdegang im Bereich der Botanik. Neben vielen Höhen und Tiefen kommt auch die Liebe nicht zu kurz, wobei ich sagen muss, dass man an dieser Stelle keinen klassischen Liebesroman und große Emotionen erwarten sollte. Höhepunkt des Dramas ist, als Posy schließlich auf ein dunkles Familiengeheimnis stößt, dass ihre Beziehung zu ihrem Vater und zu einem Mann ins Wanken bringt.

Etwas zu viel Drama 

Aus dieser Handlung hätte man locker diverse Folgen einer Telenovela produzieren können. Was für ein Drama! Sämtliche Probleme dieser Welt wurden hier in die Story gepackt und auf die einzelnen Charaktere und Leben verteilt. Teilweise war mir hier schon ein wenig zu viel Klischee dabei, es hätte mich nicht gewundert, wenn plötzlich noch jemand herausfindet, dass die Liebe zwischen zwei Menschen nicht sein darf, weil sie eigentlich Geschwister sind.

Mich hat zum Ende hin sehr gestört, dass die Protagonistin gefühlt für jedes Problem eine Lösung hatte, mag es noch so groß sein. Jeder kam mit seiner Ladung zu ihr, dazu kamen ihre persönlichen „Probleme“ und Geister der Vergangenheit. Posy wird so fast als eine Heilige dargestellt, mit wenigen bis gar keinen Fehlern war sie für mich darum leider nicht ganz authentisch.

Trotz der Fülle an Input der persönlichen Dramen, oder vielleicht gerade deshalb, den Roman sehr spannend. Ich kam schnell in den Lesefluss, blieb auch permanent dabei und habe mich dann gewundert, wie schnell ich die über 600 Seiten ausgelesen hatte. Mit Familiengeheimnissen kann man mich auch einfach sehr gut ködern! Tatsächlich war das Ende für mich nicht vorhersehbar, weshalb ich schließlich auch Frieden mit einigen Stolpersteinen zuvor schließen konnte. Alles in Allem in gutes Buch für die kalte Jahreszeit und um es sich gemütlich zu machen.

Autor: Lucinda Riley


Verlag: Goldmann


Bewertung: 4 von 5 Sternen

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