cover roman jenny colgan wo dich das leben anlächelt

Jenny Colgan: Wo dich das Leben anlächelt

Jenny Colgan gehört für mich persönlich zu den besten Autoren-Entdeckungen der letzten Jahre. Auch wenn es zunächst eher eine Zufallsbekanntschaft war, die mit der „Kleinen Sommerküche am Meer“ begann, bin ich ihr bis heute treu geblieben. Wenn ich im Buchladen stehe, und etwas Neues von ihr entdecke, freue ich mich und nehme mir vor, für die nächsten 48 Stunden nicht erreichbar zu sein, weil ich ab sofort etwas vorhabe. Ich weiß mittlerweile, dass ich bei Jenny Colgans Romanen schnell in den Lesefluss komme, meine Außenwelt komplett abschalte und bisher immer ein wenig traurig war, wenn ich mit dem Buch fertig war. Durchweg gute Zeichen, oder? Nun ist es ja bei funktionierenden Beziehungen auch gelegentlich so, dass man bequem wird und Überraschungen dann auch einmal schief gehen können. Es gab also den einen Moment, in dem ich „Wo dich das Leben anlächelt“ in der Hand hielt und kurz zögerte, es mitzunehmen. Kann das gutgehen? Schon wieder ein Roman, den ich einfach regelrecht weglese? Da muss es doch einen Haken geben!

Zurück nach Schottland mit Jenny Colgan

Wir erinnern uns, in „Wo das Glück Zuhause ist“  haben wir Nina kennengelernt, die über Umwege in Schottland mit einem umgebauten Bücherbus ihren Traumjob und ihren Traummann fand. Jetzt gibt es ein Wiedersehen mit ihr, denn mittlerweile erwartet sie Nachwuchs und sucht dringend eine Elternzeitvertretung für ihr Herzensprojekt im Nirgendwo. Über Umwege findet sie Zoe, eine alleinerziehende Mutter, die dringend einen Tapetenwechsel für sich und ihren kleinen Sohn nötig hat, nachdem sie kaum noch ihren Lebensunterhalt tragen kann und vergeblich auf Unterstützung von ihrem Ex wartet. Ihr Sohn Hari spricht mit seinen vier Jahren noch immer kein Wort, darum erhofft sich Zoe durch die neue Umgebung einen Fortschritt. Ein weiterer Job vor Ort als Kindermädchen für den Nachwuchs eines Schlossherren soll ihr Glück perfekt machen.

Hoher Wohlfühlfaktor trifft auf Realität

isa von the booklettes liest

Man ahnt es schon, natürlich läuft es bei Weitem nicht so glatt, wie sich Zoe ihr neues Leben erhofft hat. Die Kinder des neuen Chefs treiben ihre gewohnten Spielchen, wobei sich auch das „Schloss“ als heruntergekommen entpuppt und nur schwer als neues Zuhause wachsen will. Auch hat der kleine Hari so seine Probleme in der neuen Umgebung anzukommen, erobert aber nach und nach die Herzen in seiner Umgebung. Von Nina, der Protagonistin aus dem ersten Teil der „Happily ever After“-Reihe erfahren wir nur am Rande gelegentlich etwas Neues, so bleibt eine Verwirrung aus und man kann sich voll und ganz auf Zoes Geschichte konzentrieren, die realistisch wirkt und wie mitten aus dem Leben gegriffen. Jenny Colgan beherrscht auch hier die Kunst zwar inhaltlich an einen anderen Roman anzuknüpfen, es jedoch kein Muss ist diesen gelesen zu haben, um Inhalte zu verstehen. Gewohnt flüssig und humorvoll treibt sie die Handlung voran, auch helfen hierbei die authentischen Charaktere der Nebenfiguren. Das Setting Schottlands wird auch diesmal so heimelig und realistisch beschrieben, dass man direkt in die kleinen Orte eintaucht und das Gefühl hat als Zuschauer inmitten der beschriebenen Szenen zu landen, z.B. am knisternden Feuer in der alten Küche im Herrenhaus. Auch diesmal hat der Roman einen enorm starken Wohlfühlcharakter und geizt nicht mit Spannung. Ich möchte noch hervorheben, wie sympathisch ich es finde, dass die Liebe der Autorin zu Büchern und Literatur auch in diesem Roman mit jeder Zeile deutlich wird, u.a. in einigen versteckten Buchempfehlungen und einer persönlich verfassten Einleitung, die mir das Gefühl vermittelte, wir würden uns tatsächlich kennen und sie wartet auf eine Nachricht von mir. Ja, ich hatte wie gesagt kurz Angst, dass ich vielleicht diesmal doch enttäuscht werden könnte- aber Jenny Colgan hat mich wieder überzeugt, mitgerissen und ich bleibe ihr wohl weiterhin treu.

Autor: Jenny Colgan

Verlag: Piper

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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