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Nicholas Sparks: Wenn du zurückkehrst

Wir haben wohl alle bestimmte Familienangehörige und Freunde schon eine ganze Zeit lang nicht mehr „live“ gesehen. Einfach mal an einem Wochenende quer durch Deutschland fahren, um ein paar Tage zusammen zu verbringen, ist derzeit einfach keine gute Idee. Ich sehe meine Schwiegereltern dank 515 km Entfernung sowieso schon recht selten. Als mein Mann jetzt einen runden Geburtstag feierte, und wir dank Corona die große Party inklusive vieler lieben Menschen und Umarmungen nicht schmeißen konnten, beschlossen wir dennoch seine Eltern zu sehen. Wie ihr bereits wisst, gibt es dort meinen allerliebsten Buchladen, den ich auch jedes Mal besuchen MUSS. Da ich die beste Schwiegermutter von allen habe, hat sie mir ein Buch spendiert. Ich habe nicht mal eine Sekunde überlegt, welches das sein würde, denn erst ein paar Tage zuvor hat der „Herz-Schmerz-König“ Nicholas Sparks seinen neusten Roman „Wenn du zurückkehrst“ veröffentlicht. 448 Seiten, das Hardcover und ich verzogen uns quasi sofort.

Eine Rückkehr zu sich selbst

Der ehemalige Arzt Trevor erbt das Haus seines Großvaters und kehrt für die Renovierungsarbeiten in einen kleinen Ort nach North Carolina dorthin zurück, wo er als Kind so glücklich war. Nach einigen persönlichen Schicksalsschlägen will er die Zeit dort nutzen, um nicht nur das Haus zu sortieren und auf Vordermann zu bringen. Er trifft zum einen auf die Jugendliche Callie, die scheinbar allein und zurückgezogen in einem Wohnwagen lebt und nichts von sich preisgibt. Auch die schöne Polizistin Natalie bleibt ihm zunächst ein Rätsel. Trevor ahnt nicht, dass ihn diese beiden Frauen vor neue, große Herausforderungen stellen und ihm schließlich die Neuausrichtung seines Lebens ermöglichen.

Fazit: Sehr berührend aber ein anderer Sparks

hardcover nicholas sparks wenn du zurückkehrst auf steinigem untergrundWenn es Bücher gibt, die ans Herz gehen und auch dezent am Kitsch vorbeischrammen, ist es oft Nicholas Sparks´ Verdienst. Wer etwas von ihm liest, weiß auch, dass er keinen Science-Fiction-Roman zu erwarten hat oder ein Sachbuch, das sich zur aktuellen weltpolitischen Lage äußert. Mir war also klar, worauf ich mich einlasse, denn ich bin quasi mit seinen Romanen aufgewachsen. Ich habe diesmal einiges vermisst, das ich sonst kenne und auch an ihm schätze, allerdings ist es Meckern auf hohem Niveau.

Die Macht der Liebe kommt hier meiner Meinung nach kaum rüber. Wo es sonst ein kleines Feuerwerk zwischen den Protagonisten gibt, eine tiefe Verbindung von der ersten Sekunde an, ist es hier eher ein kleines Zündeln, das bei mir bis zum Schluss nicht ankam. Auch, als sich das Blatt zu wenden scheint, kam mir der Sinneswandel viel zu plötzlich. Ohne zu spoilern kann ich aber sagen, dass mir insgesamt zu wenig glaubwürdige Spannung zwischen den Hauptfiguren aufgebaut wurde. Auch wurde ich aus Natalie als Figur nicht schlau, sie wurde nicht detailliert genug beschrieben. Es blieb bei einem flüchtigen Eindruck, was schade ist. Im Fokus steht diesmal also eher nicht die Liebesgeschichte, sondern das Schicksal von Callie, das erst recht spät aufgelöst wird, obwohl es eigentlich der rote Faden der Geschichte ist. Ihre Spuren zu verfolgen ist unterhaltsam, trägt allerdings nicht allein den Roman. Es wirkt fast so, als konnte sich Sparks nicht entscheiden, welche Story er hier eigentlich erzählen will. 

North Carolina war auch diesmal der perfekte Ort für die Handlung. Der Charme historischer Kleinstädte, der Klang der Meeresbrandung und einsame Straßenzüge, die oft kilometerweit einfach nur geradeaus gehen. Sparks beschreibt die Idylle New Berns so bildlich, als würde der Leser eine Reisereportage anschauen. 

Trotz der kleinen „Enttäuschung“ nicht das bekommen zu haben, was ich erwartete, wurde ich auch diesmal wieder gut unterhalten. Ich finde es lobenswert, dass etwas wie PTBS realistisch in den Plot eingebunden wird und darüber informiert, wie schwer es ist mit dieser Krankheit zu leben ohne pathetisch zu wirken. Wäre noch mehr Detailliebe in das geflossen, worin Nicholas Sparks nun einmal gut ist, nämlich Liebesgeschichten zu finden und zu erzählen, hätte es von mir volle Punktzahl gegeben.

 

Autor: Nicholas Sparks

Verlag: Heyne

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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