Cover Frauenroman von Jenny Colgan Wo das Glück zuhause ist

Jenny Colgan: Wo das Glück Zuhause ist

Das Gute an Büchern ist, dass sie in solchen aufregenden Zeiten, wie sie nun mal gerade herrschen, unser Ruhepol sind. Endlich wird wieder mehr gelesen! Endlich macht der Stapel ungelesener Bücher, der mich seit Wochen strafend anschaut, auch Sinn! Ich arbeite mich quasi jetzt langsam durch und ganz nebenbei, werde ich beim Lesen ruhiger, mache mir weniger Gedanken darüber, wie lange diese „Selbstisolation“ wohl noch anhält und wann ich endlich meine Freunde und Familie mal wieder „real“ sehen, und vor allem umarmen, kann. Noch bevor der ganze Corona-Wahnsinn anfing, gab es gute Nachrichten für mich. Ich kenne Jenny Colgan bereits von ihrer „Kleine Sommerküche am Meer“oder auch „Kleine Bäckerei am Strandweg“-Reihe, die ich hier auf dem Blog auch bereits vorgestellt habe. Sie schreibt Romane für Frauen, die zu den unterhaltsamen Büchern zählen. Das Schöne daran ist, der Leser bekommt genau das serviert, was er sich jeweils unter dem Titel vorstellt. Wenn es so etwas wie einen „Feelgood-Film“ gibt, dann ist es hier wohl das Pendant in der Literatur. Wenn euch also, nicht nur in Zeiten des Corona-Virus, der Kopf schwirrt und ihr dringend etwas Ablenkung und gute Laune braucht, gibt es diese Bücher rezeptfrei in der Buchhandlung eures Vertrauens. Und endlich gibt es nun einen Nachfolger!

Lebenskrise in Schottland und ein Bücherbus

Ninas hat ihre Liebe zum Job gemacht. Als Bibliothekarin geht sie voll in ihrer Aufgabe auf- bis zu dem Tag, an dem diese geschlossen wird und sie plötzlich ohne Zukunftsperspektive da steht. Eine fixe Idee entpuppt sich als Marktlücke, denn sie zieht spontan nach Schottland auf einen Bauernhof zur Untermiete und fährt mit einem alten Bus, den sie zur mobilen Buchhandlung umfunktioniert, durch die abgelegenen Orte. Dabei lernt sie die Einwohner und deren Lebensgeschichten kennen, die auch mal tragisch sind. Klingt wildromantisch? Ist es zunächst auch, wenn da nicht noch komplizierte Gefühle zu einem Zugführer wären und das plötzliche Interesse an Ninas Vermieter. Irgendwann muss sie sich aber der Realität stellen. Bleibt sie in dem kleinen Dorf Schottland, obwohl sie eigentlich ein absoluter Stadtmensch ist? Gibt es überhaupt eine gemeinsame Zukunft mit einem der Männer? Wo kann sie glücklich werden?

Fazit: Schottische Landschaft top, Geschichte ausbaufähig

weidenkätzchen-zweig und das cover vom frauenroman von jenny colganJenny Colgan schafft es mal wieder den Leser in eine wunderschöne Gegend mitzunehmen und im Kopf die prächtigsten Bilder entstehen zu lassen. Schottland präsentiert sich hier besser als in jedem Urlaubskatalog. Auch die Protagonistin wird so detailliert als Buchliebhaberin beschrieben, dass man sich verbunden fühlt und sie  mit all ihren Ecken und Kanten ungemein sympathisch findet. Man wünscht ihr einfach ein persönliches Happy End. Ab einem bestimmten Punkt, deutet sich an, wie die Geschichte endet und ab genau dann, ging es mir persönlich etwas zu schnell. All´ das, was sich vorher über mehrere Kapitel aufgebaut hat, wurde dann recht plötzlich zu Ende gebracht. Die Charaktere, die zuvor am Rand auftauchten, und auf die durchaus auch immer wieder spannend der Fokus zuvor gelenkt wurde, und die auch alle liebenswert charakterisiert werden, gingen dabei fast schon unter. Innerhalb weniger Seiten war deren Plot auf einmal beendet, unverhältnismäßig schnell im Vergleich zum Aufbau deren Handlungs- und Spannungsbogens. Auch die Männer in Ninas Lebens werden zunächst recht ausgiebig vorgestellt, die Annäherungen detailliert begleitet. Und ausgerechnet derjenige, der vergleichsweise wenig Interesse zeigt, soll dann plötzlich Feuer und Flamme sein? Habe ich da etwas überlesen? Fehlen vielleicht Seiten? Wo kommt denn das plötzliche Interesse her? Und vor allem: wo kommt denn generell das plötzliche Ende her? Es scheint fast so, als wäre das Werk dann zu lang geworden, musste gekürzt werden, und das Ergebnis habe ich in den Händen gehalten. Dennoch gefällt mir, was ich gelesen habe. Wieder gibt es nur überstehbare Krisen, nur kleine Reibereien und, in diesem Fall, besonders viel Liebe zu Büchern, die ich sehr sympathisch finde. Weltliteratur ist es zwar nicht, aber wer braucht die schon, wenn die Welt da draußen zur Zeit sowieso schon so chaotisch und beängstigend ist…

Autor: Jenny Colgan

Verlag: Piper

Bewertung: 4 von 5 Sternen

 

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