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Cecelia Ahern: Postscript – Was ich dir noch sagen möchte

„Eine Fortsetzung? Echt jetzt? Warum?“ Das war so ziemlich meine erste Reaktion, als ich davon erfuhr, dass es einen weiteren Roman geben soll, der sich mit Hollys Geschichte in „PS: Ich liebe dich!“ befasst. Ihr wisst schon, eben genau diese hochgelobte, x-mal gelesene und sogar verfilmte (und preisgekrönte) Story von Holly und ihrem Mann Jerry, der ihr nach seinem Tod Briefe zukommen lässt, um sie durch die Trauer, und schließlich in einen neuen Lebensabschnitt, zu begleiten. Ich hatte da auch schon so meine Vermutung, wie diese Fortsetzung aussehen kann. Um ehrlich zu sein, war das in meinem Kopf eine sehr platte Storyline, denn für mich war die Geschichte schon fertig erzählt. Alles, was da jetzt noch kommt, würde das doch nur kaputt machen, oder?

PS: Ich liebe dich –  Was danach geschah

So in etwa würde man sich den Text vorstellen, der am Schluss eines Films eingeblendet wird, wenn man als Zuschauer schon sämtliche Höhen und Tiefen mit den Protagonisten erlebt hat. Nachdem also Jerry mit seinen Briefen Holly geholfen hat, ihr Leben ansatzweise wieder in den Griff zu bekommen, geht es nun einige Jahre später weiter. Sie arbeitet im Second Hand-Shop ihrer Schwester und ist bei ihrem Podcast zu Gast, um über die Briefe und ihren Trauerprozess zu sprechen. So wird eine Gruppe Menschen auf sie aufmerksam,  die alle unheilbar krank sind und sich von ihrer Geschichte inspiriert fühlen. Sie möchten ihren Angehörigen genau diese Art von Briefen hinterlassen. Nachdem Holly sich schließlich überwindet, hilft sie den Mitgliedern des „PS: Ich liebe dich- Clubs“ beim Verfassen ganz persönlicher Botschaften und hinterlässt für deren Angehörige bleibende Erinnerungen. 

Fazit: Schöne Botschaft aber schwere Kost

briefe-cecelia ahern cover-postscript-the booklettesIch bin wirklich ein großer Fan von Cecelia Aherns Romanen und auch von ihrer Persönlichkeit. Als ich sie vor einigen Jahren bei einer Signierstunde traf, war das ein wahnsinnig wichtiger Moment für mich. Seitdem verfolge ich ihre Arbeit noch aufmerksamer und habe darum so überrascht reagiert, wie anfangs beschrieben, als ich von der Fortsetzung des Bestsellers erfuhr. Es fühlte sich ein wenig so an, als würde sich eine Girlgroup, die in den 90ern mal erfolgreich war, wieder zusammenfinden, weil sie nicht mehr in der Öffentlichkeit auftauchten und das Geld nötig hätten. Das „Warum“ verstehe ich bis heute nicht so recht. Ich hatte vielleicht auch darum zunächst Probleme mich ins Lesen zu finden, obwohl einige Charaktere identisch zum Vorgänger-Roman  auftauchten und sich das Buch in Summe gut und flüssig für mich lesen ließ. Natürlich ist die Botschaft, bzw. zentrale Frage etwas, das zu Herzen geht und einen bewegt. „Was bleibt von uns, wenn wir gehen? Was möchte ich der Welt hinterlassen?“ Automatisch beschäftigt man sich mit diesen Themen während des Lesens, was sicher auch nicht unbedingt für jeden leichter Stoff ist. Ich habe selbst gemerkt, dass ich an manchen Tagen nicht weiterlesen wollte, weil ich nicht gut drauf war und „leichtere Kost“ brauchte, meistens vor dem Schlafen. Manchmal war ich nach dem Lesen auch extrem aufgewühlt und hätte darum dann ein Mal auch beinahe noch vor dem Ende des Buches komplett aufgehört. Aber sollte ein gutes Buch nicht genau das mit uns tun? Aufwühlen, bewegen, zum darüber sprechen anregen? Definitiv. Es gibt dennoch für mich ein „Aber“ und leider letztendlich dann doch, was ich vermeiden wollte: einen Vergleich mit dem Vorgänger „PS: Ich liebe dich“. Auch dort wurde der Tod eines geliebten Menschen thematisiert, auch dort wurden Briefe geschrieben. Dieses Buch hat mich damals auch sehr bewegt, aber irgendwie positiver insgesamt. Ich war von der Idee so überrascht, man hat die Liebe zwischen den Zeilen gespürt. Diesmal zog sich ein trauriger Schleier durch das ganze Buch, es schwang die dunkle Vorahnung eines nahen Endes mit, es gab weniger liebevolle Szenen, die einen kurz von diesem schweren Thema befreien. Vielleicht liegt es auch daran, dass so viele Menschen im Club unheilbar krank sind, anstatt „nur“ ein Charakter, und sich dadurch einiges an Emotionen potenziert. Trotz Cecelias Schreibstil, und der schönen Idee, die sich dahinter verbirgt, bleibt ein seltsamer Beigeschmack diesmal haften. 

Autor: Cecelia Ahern

Verlag: Fischer

Bewertung: 3 von 5 Sternen

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