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Bettina Storks: Das geheime Lächeln

Ich glaube, ich hatte dieses Buch mindestens vier Mal in den Händen, bevor ich es dann endlich mitgenommen habe. Keine Ahnung, was mich vorher immer daran hinderte, aber diesmal war wohl endlich die richtige Zeit, die richtige Stimmung oder es war kosmische Bestimmung…nein, Quatsch. Ich hatte einfach Bock drauf. Schuld war der Klappentext, den ich ja tatsächlich immer wieder auch lese und mir dann genau überlege, ob ich mir vorstellen kann, genau mit diesem Buch abends einzuschlafen- denn sind wir mal ehrlich, das passiert mir so ziemlich fast täglich. Auf dem Cover sehen wir also eine Frau im grünen Mantel, die den Leser leicht anlächelt, im Hintergrund eine Stadtszene. Sieht also schonmal sehr mysteriös aus, dann on top dieser Titel. Ich kann schon verraten: dieses Cover hat absolut nichts mit der weiteren Story zu tun. 

Autor: Bettina Storks

Verlag: Diana Verlag

Bewertung: 5 von 5 Sterne

Ein Bild und ein Familiengeheimnis

Es ist scheinbar Zufall, der Journalistin Emilia und ein altes Gemälde zusammenbringt. Bei einer Auktion in Frankreich soll es höchstbietend versteigert werden. Verrückt ist aber, dass Emilia der Frau auf dem Gemälde zum Verwechseln ähnlich sieht und die Eckdaten mit dem Wenigen übereinstimmt, dass Emilia über ihre Großmutter Sophie weiß, die scheinbar in der Pariser Künstlerszene ein wildes Leben führte. Dennoch weiß man über ihre Vergangenheit dort kaum Fakten. Emilia begibt sich auf Spurensuche in der Künstlerszene von Paris und in der Provence, wo seit vielen Jahren ein Ferienhaus auf sie wartet. Da ihre Ehe momentan von Abstand und mangelndem Vertrauen geprägt ist, scheint das Timing perfekt, sich der eigenen Familiengeschichte zu widmen und vielleicht dabei ihre eigene Geschichte auf einen neuen Weg zu bringen.  

tulpen mit vase und cover das geheime lächeln-the booklettesFazit: Die Provence heilt Wunden

Ich bin großer Frankreichfan, liebe nicht nur das besondere Flair jeder einzelnen Region des Landes sondern auch das „Savoir Vivre“, die Art zu Leben dort. Wenn ich also einen Roman in die Finger bekomme, der in Frankreich spielt, hat man mich theoretisch schon halb im Sack.  Wenn der Autor es dann auch noch hinbekommt, dass ich mich beim Lesen in Gedanken hinbeamen kann, weil es so bildhaft geschrieben ist, bin ich schließlich komplett begeistert. Bettina Storks hat das tatsächlich geschafft- und das ohne schwülstig daher zu reden oder übertriebene Metapher und Bilder. Es sind die kleinen Feinheiten, die mich überzeugt haben. Szenen, Momentaufnahmen, Landschaften. Dazu die Familiengeschichte, die mit Respekt vor der Geschichte einer älteren Generation, und vor allem vor der Kunst, beschrieben wird. Ich hatte bei jeder Seite das Gefühl, dass sich hier entweder jemand sehr gut mit Kunst auskennt oder sich so umfangreich damit befasst hat, dass das Wissen glaubwürdig transportiert wird. Geschichtliche Fakten werden in die Geschichte so eingewoben, dass sie sich unauffällig in das Gesamtkonstrukt einfügen und den Leser unterhaltsam und unaufdringlich informieren. Ich hatte beim Lesen immer wieder das besondere Bild der wunderschönen Landschaft der Provence vor Augen. Hier sucht Emilia nach Antworten und als Leser merkt man auch die Verwandlung, die sie dort durchlebt. Und ohne zu viel vorzugreifen, kann ich sagen, dass ich mit dem Ende des Romans sehr zufrieden war. Nicht zu viel Pathos, kein großes Drama, eher sehr realistisch und nah an eigenen Erfahrungen des Lesers.

Ich habe selten einen so gelungenen Familienroman gelesen. 

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