Jenny Colgan: Die kleine Sommerküche am Meer

the booklettes-sommerkueche am meer-rezension

(Bildquelle: privat)

Gefühlt ist der Sommer eine halbe Ewigkeit her, oder? Ok, rein rechnerisch sind jetzt auch schon einige Monate vergangen, seitdem wir barfuß über eine Wiese gelaufen sind und eine leichte Sommerbräune auf den Armen hatten. Bevor ich jetzt aber anfange zu jammern, zaubere ich euch und mich lieber zurück. Das funktioniert natürlich mit entsprechender Lektüre. Darum stelle ich euch in den nächsten Tagen die Bücher vor, die nicht nur den Sommer im Titel tragen, sondern, die ich auch im letzten Sommer gelesen habe- quasi für das ultimative Sommerfeeling im Januar. 

Autor: Jenny Colgan

Verlag: Piper Verlag

Bewertung: 4 von 5 Sterne

 

Von der Großstadt zurück zur Insel

Flora arbeitet in einer Anwaltskanzlei in London, lebt mehr oder weniger dort so vor sich hin und ist eher die unscheinbare Kollegin. Durch Zufall muss sie plötzlich ihrem Chef aus der Patsche helfen, denn ein kniffliger Fall verlangt Ortskundigkeit, Empathie und Geschick mit den Einheimischen der Insel Mure auf Augenhöhe zu reden. Flora hatte die Insel einst verlassen, um über den Tod ihrer Mutter hinweg zu kommen. Sie hinterließ noch mehr: eine völlig überforderte Familie und so ziemlich ihr ganzes, altes Leben.  Als sie nun zurückkehrt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen und sieht sich zugleich mit den Menschen der Insel konfrontiert, die keinen Hehl daraus machen, was sie von jungen Frauen halten, die sich für „etwas Besseres“ halten und in die große Stadt aufbrechen, anstatt die Stellung auf dem heimischen Hof zu halten. Wie soll sie in dieser Situation überhaupt die Bewohner dazu bringen, sich für eine moderne Zukunft und somit das Hotelprojekt zu entscheiden? Welchen Job will sie wirklich ausüben? Und wie bekommt sie nur ihren attraktiven Chef aus dem Kopf?

 

Liebenswerte Protagonistin und traumhafte Kulisse

Man muss schon sagen, dass Jenny Colgan die fiktive Insel Mure so beschreibt, als würde es sie wirklich geben. Der Leser ist quasi mittendrin, vom Moment an, wenn die Fähre anlegt und der raue Wind durch die Haare fährt, bis zu den Ausflügen an den Klippen oder im Ort selbst, wo sich kleine bunte Häuser aneinander reihen und die Menschen sich noch kennen. Ja, es hat einen Hauch Romantik und Kitsch, aber sind wir mal ehrlich, genau das macht den Charme ihrer Bücher doch aus.  Protagonistin Flora ist wohl das, was man in einer „Sinnkrise“ nennt. Der Umzug vom Land in die große Stadt, das Fehlen eines Partners dank zu viel Arbeit, die sie am Ende nicht einmal glücklich macht. Dazu der große Brocken, den sie aus ihrer Vergangenheit mitschleppt. Der Tod der Mutter brachte Verantwortung und Erwartungen mit sich, die sie schlichtweg überfordern. All´ das macht sie zu einer sympathischen Protagonistin, die, dank ihrer Ecken und Kanten, glaubwürdig agiert und mit der man von Anfang an mitfiebert. 

 

Fazit: Die kleine Sommerküche am Meer

Was will ich wirklich? Wo ist mein Platz im Leben? Wo möchte ich sesshaft werden? Die großen Fragen, die man sich selbst auch entweder schon gestellt hat oder stellen wird. Die Protagonistin Flora nimmt den Leser mit auf der Reise zu ihren persönlichen Antworten auf diese Frage. Der Spannungsbogen führt von Anfang an ohne Schnörkel bis zum Ende der Geschichte. Die üblichen Irrungen und Wirrungen in Herzensangelegenheiten dürfen auch hier natürlich nicht fehlen, wobei man nicht befürchten muss, dass es Züge wie bei Rosamunde Pilcher annimmt. Dieses Buch entführt einen an einen malerischen Ort und ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich jede einzelne Seite gern gelesen habe, um ihn zu besuchen. 

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