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Katherine Webb: Die Frauen am Fluss

Ich hatte gehofft, dass wir, wenn ich diese Rezension schreibe, uns schon in der Zeitrechnung „Nach-Corona“ befinden und wir schon mehr oder weniger zu unserem üblichen Alltag zurückgefunden haben. Stattdessen höre ich immer mehr Geschichten aus meinem Umfeld, wie versucht wird Familie, Job und Kinderbetreuung zu vereinbaren, nicht durchzudrehen und irgendwie weiterzumachen. Meine Nachbarin genoss gestern ein paar ruhige Minuten ohne Nachwuchs, ihr Mann hatte die Kids „übernommen“. In dieser fast schon heiligen Zeit, saß sie auf einer Liege im Hof und las in Ruhe ein Buch. In den letzten Monaten habe ich auch an mir beobachtet, dass wenn mir die Situation über den Kopf zu wachsen schien, und ich nicht zur Ablenkung weitere x Kilometer spazieren gehen wollte, nur noch das Lesen half, um etwas ruhiger zu werden. Kennt ihr das auch? Vielleicht findet ihr hier auf unserem Blog Inspiration für euren „Moment zum Durchatmen“, das nächste Buch, das ihr lest. Von Katherine Webb habe ich bereits viele Frauenromane gelesen, wie z.B. „Das fremde Mädchen“. Besonders jetzt suche ich aktiv nach Romanen mit hoher Seitenanzahl, um möglichst lange Lesen zu können. „Die Frauen am Fluss“ hat knapp 500, vollgepackte Seiten Geschichte- aber lohnen die sich?

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bücherregal im buchladen book in bar in aix-en-provence

„Book in Bar“ – Café und Buchladen in Aix-en-Provence

Es gibt der Vergangenheit kein Urlaubsziel, bei dem ich nicht mindestens ein Mal in einem einheimischen Buchladen landete und somit mein Urlaubsbudget schmerzlich belastete. Da ich von Natur aus sehr neugierig bin, liebe ich es dort herumzustöbern, zu sehen, wer ebenfalls gerade die Regal durchforstet und wer mit den Experten vor Ort über Bücher fachsimpelt. Das Schöne am Urlaub ist ja auch, dass man keine Verpflichtungen hat und sich einfach treiben lassen kann. Darum trieb mich das französische „laissez-faire“, und auch die heiße Mittagssonne, von der Flaniermeile Cours Mirabeau in die kühleren Gassen von Aix-en-Provence, wo ich durch die typischen kleinen Läden und Boutiquen bummelte und ein verstecktes Schmuckstück fand.

Internationaler Buchladen und Café mit Wohnzimmeratmosphäre

Das „Book in Bar“ ist von außen recht unscheinbar. In der Rue Joseph Cabassol gelegen, weist das Schild mit dem Teekessel und den Büchern sowie das Namensschild auf das Café hin. Im Inneren wird aber schnell klar, dass man hier für eine Weile seine Sorgen, und auch die Zeit vergessen kann. Wohin man sich auch umschaut, überall stehen und liegen Bücher. In Regalen, auf der Theke, auf Sideboards. Dazwischen weisen Poster auf Neuerscheinungen hin oder auf eine anstehende Veranstaltung. Der Laden erstreckt sich über mehrere Etagen. Es stehen Sessel, Stühle und verschiedene einladende Tischarrangements aus dunklem Holz, und Lampen mit gemütlichem Licht bereit, um sich dort für eine Weile niederzulassen. Auf kleinen Wimpeln stehen interessante Informationen zu Autoren, über das Lesen an sich oder Buchinspirationen. Apropos Inspiration, die gibt es hier ausreichend. Kein Wunder bei der Masse an fremdsprachigen Büchern. Bei acht verschiedenen Sprachen habe ich aufgehört zu zählen und konzentrierte mich lieber auf meinen Tee und die von mir ausgewählten Bücher, die vor mir lagen.

 

 

 

Was einige Buchhandlungsketten bereits versuchen zu vereinen, gelingt hier auf sehr natürliche und gemütliche Weise: das Lesen und Kaffee trinken miteinander verbinden. Willkommen ist, wer Ruhe und Buchinspiration sucht, aber auch ins Gespräch kommen möchte. Während ich mich über eine große Auswahl englischsprachiger Bücher freute,  eine kleine Seltenheit in Frankreich, wird das Café mit seinen verwinkelten, gemütlichen Ecken scheinbar auch für Unterricht genutzt. Am Tisch im Eingangsbereich verbesserte eine Amerikanerin ihr Französisch mit einem Lehrer und hunderten von Karteikarten, während direkt neben mir mehrere Mädchen scheinbar für eine schwere Abschlussprüfung lernten. Das Fluchen konnte ich auch ohne entsprechende Vokabeln verstehen. Für die Pause zwischendurch werden an der Selbstbedienungsbar neben diversen Tee- und Kaffeespezialitäten, Smoothies und Säften weitere Leckereien, wie z.B. Muffins und Cookies angeboten, auch zum Mitnehmen. Wer ganz in seiner Lektüre abtauchen will, bekommt seine Bestellung sogar an den Platz gebracht.  Das „Book in Bar“ ist ein Ort des Zusammenkommens. Darum finden hier regelmäßig Lesungen, Vorträge und auch Treffen von Buchclubs statt. Wie die freundliche Angestellte mir erzählt, werden auch Kinder schon früh hier willkommen geheißen, um ihnen das Leser näher zu bringen.

Die große Auswahl und die entspannte Atmopshäre haben dafür gesorgt, dass ich tatsächlich länger als geplant in meinem Sessel saß und die Stadt draußen komplett ausblendete. Dieser Laden war für mich eine Überraschung, die ich nur zu gern an euch weitergebe. Wer in Aix-en-Provence ist, sollte dort unbedingt in die Welt der Bücher eintauchen. 

 

„Book In Bar“

4 rue Joseph Cabassol,

13100 Aix-en-Provence

 

 

 

 

 

 

 

buchcover lichter auf dem meer mit blumen in vase

Miquel Reina: Lichter auf dem Meer

Es gibt Bücher, die kaufe ich und lese sie dann ganz bewusst, wenn ich in einer ganz bestimmten Stimmung bin. Es gibt aber auch Bücher, die kaufe ich aus dem Bauch heraus und lese sie dann nur, um meinen Stapel abzuarbeiten. Oder es gibt die Buchkäufe, wo ich zuerst auf das Cover achte und dann einfach hoffe, dass mich der Klappentext genau so überzeugt, wie schon die Front. So war es bei „Lichter auf dem Meer“. Beides fand ich ansprechend- gekauft. Nun muss ich sagen, dass dieser Roman dennoch eine Weile unbeachtet in meiner Buchecke lag, weil ich bewusst in diesen Zeiten der Isolation eher seichte Literatur, oder Lektüre, wo ich schnell einen thematischen Zugang finde, präferiert habe. An einem sonnigen Tag bewaffnete ich mich nun aber mit diesem Exemplar, verzog mich auf meine Lieblingsbank im Grünen, gleich neben einer Pferdekoppel (nein, ich bin kein Großgrundbesitzer) und versank in der Geschichte von Harold und Mary.  Weiterlesen

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Beate Maxian: Die Tränen von Triest

Ich nenne es „Therapeutisches Lesen“. Wie ich euch bereits auf unserem Instagram-Kanal verraten habe, half mir das Lesen in den letzten Wochen über das Chaos im Kopf und die innere Unruhe hinweg, die mich seit Wochen, nicht nur wegen der Corona-Krise, täglich auf Trab hielten. Eine Art Therapie also, mein Stapel ungelesener Bücher machte also richtig Sinn. Seit einiger Zeit wartete dort auch eine Italien-Reise auf mich, die ich zwar durch die Einschränkungen aktuell nur in meinem Kopf unternehmen kann, auf die ich mich aber schon sehr freute. Die Autorin Beate Maxian lernte ich auf der Leipziger Buchmesse vor zwei Jahren bei einem Bloggertreffen kennen. Kurz darauf habe ich „Die Frau im hellblauen Kleid“  gelesen und für euch  begeistert rezensiert. Ich mochte ihren Schreibstil sofort und gefühlt habe ich nur einmal kurz mit den Augen geblinzelt und schon war ich mit dem Buch durch. Nun war ich gespannt, ob mich „Die Tränen von Triest“ wohl genau so begeisterten…

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Liane Moriarty: Neun Fremde

Ich habe meinen letzten Sommerurlaub mal wieder in Frankreich verbracht. (Überraschung,…) Als ich im wunderschönen Aix-en-Provence unterwegs war, fand ich durch Zufall in einer versteckten Gasse einen malerischen Buchladen, über den ich hier demnächst noch einige Zeilen hinterlassen werde. Dort gab es nicht nur angenehmere Temperaturen als draußen in der prallen Sonne und ein kaltes Getränk, sondern auch eine Abteilung für fremdsprachige Bücher, was ich generell sehr zu schätzen weiß. Ich stöbere so oft es geht darin herum, denn leider gibt es diese Ecken in Buchläden meiner Meinung nach viel zu selten. Mit einem Stapel Büchern bewaffnet, verzog ich mich also in eine Ecke und las Klappentexte, nippte an meinem Eiskaffee und habe mich am Ende für den Roman entschieden, den ich bereits in Deutschland in der Hand hatte. Liane Moriarty haben wir den, mittlerweile erfolgreich  verfilmten, Roman „Big Little Lies“ zu verdanken, von dem ich großer Fan bin. Ich sah es also als Zeichen, dass mir diese Ausgabe ausgerechnet im Urlaub wieder in die Hände fiel- und hey, um mal ein Mädchenklischee zu bestätigen: auf dem Cover ist ein Pool zu sehen, perfekt für eine Urlaubslektüre, oder? Weiterlesen

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Mary Kay Andrews: Sommernachtsträume

Während sich das Wetter in den letzten Wochen gefühlt durch alle Jahreszeiten gearbeitet hat, konnten wir zwischendurch auch schon mal das Gefühl von knapp 20°C  und Sonne im Gesicht spüren. Habt ihr dann auch gleich sehnsüchtig an laue Sommerabende auf dem Balkon gedacht? Wenn alles ein bisschen leichter von der Hand geht, man ein Stückchen entspannter durchs Leben geht und fast täglich Eis zum Abendessen hat. Träumen wird ja noch erlaubt sein, gerade nach den letzten Wochen in (freiwilliger) Quarantäne. Wer sich schon jetzt in Sommerstimmung bringen möchte, oder schon die Urlaubslektüre zusammensucht, reist z.B. zur idyllischen Insel Belle Isle, wo Tradition und Ansehen groß geschrieben werden. Wer jetzt denkt es dreht sich alles um heile Welt und Sonnenschein, liegt schon zum ersten Mal total falsch. Ich wette, ihr werdet euch noch mindestens ein Mal beim Lesen täuschen! Weiterlesen

Cover Liebesbriefe von Montmartre mit gemaltem Herz auf Papier

Nicolas Barreau: Die Liebesbriefe von Montmartre

Ah oui…, „l`amour.“ Mich alten Frankreichfan kann man mit französischen Autoren oder Geschichten, die dort spielen, sehr leicht um den Finger wickeln. Ich bekomme wahrscheinlich beim Lesen sogar automatisch einen verklärten Blick und mit viel Phantasie rieche ich die Lavendelfelder des Südens. Hach. Ich schweife ab. Tatsächlich habe ich durch Zufall einen Roman von „Nicolas Barreau“ in den Händen gehabt, in meinem Lieblingsbuchladen im Allgäu. Seitdem versuche ich alle Romane von ihm zu lesen und so fand ich dieses schöne Buch (nicht nur) für Frauen. Man munkelt ja, dass sich hinter dem Autorennamen tatsächlich eine Verlegerin verbirgt, die mittlerweile sogar unter verschiedenen Pseudonymen tätig ist. Es ist einigen Lesern nämlich aufgefallen, dass es „seine“ Bücher scheinbar gar nicht als französisches Original zu kaufen gibt, bzw. diese gar nicht existieren. Mysteriös! Franzose hin oder her, es geht hier ja schließlich um den Roman und dieser führt uns, wie der Name schon vermuten lässt, in das Künstlerviertel Montmartre, im schönen Paris.

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Cover Frauenroman von Jenny Colgan Wo das Glück zuhause ist

Jenny Colgan: Wo das Glück Zuhause ist

Das Gute an Büchern ist, dass sie in solchen aufregenden Zeiten, wie sie nun mal gerade herrschen, unser Ruhepol sind. Endlich wird wieder mehr gelesen! Endlich macht der Stapel ungelesener Bücher, der mich seit Wochen strafend anschaut, auch Sinn! Ich arbeite mich quasi jetzt langsam durch und ganz nebenbei, werde ich beim Lesen ruhiger, mache mir weniger Gedanken darüber, wie lange diese „Selbstisolation“ wohl noch anhält und wann ich endlich meine Freunde und Familie mal wieder „real“ sehen, und vor allem umarmen, kann. Noch bevor der ganze Corona-Wahnsinn anfing, gab es gute Nachrichten für mich. Ich kenne Jenny Colgan bereits von ihrer „Kleine Sommerküche am Meer“oder auch „Kleine Bäckerei am Strandweg“-Reihe, die ich hier auf dem Blog auch bereits vorgestellt habe. Sie schreibt Romane für Frauen, die zu den unterhaltsamen Büchern zählen. Das Schöne daran ist, der Leser bekommt genau das serviert, was er sich jeweils unter dem Titel vorstellt. Wenn es so etwas wie einen „Feelgood-Film“ gibt, dann ist es hier wohl das Pendant in der Literatur. Wenn euch also, nicht nur in Zeiten des Corona-Virus, der Kopf schwirrt und ihr dringend etwas Ablenkung und gute Laune braucht, gibt es diese Bücher rezeptfrei in der Buchhandlung eures Vertrauens. Und endlich gibt es nun einen Nachfolger! Weiterlesen

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Cecelia Ahern: Postscript – Was ich dir noch sagen möchte

„Eine Fortsetzung? Echt jetzt? Warum?“ Das war so ziemlich meine erste Reaktion, als ich davon erfuhr, dass es einen weiteren Roman geben soll, der sich mit Hollys Geschichte in „PS: Ich liebe dich!“ befasst. Ihr wisst schon, eben genau diese hochgelobte, x-mal gelesene und sogar verfilmte (und preisgekrönte) Story von Holly und ihrem Mann Jerry, der ihr nach seinem Tod Briefe zukommen lässt, um sie durch die Trauer, und schließlich in einen neuen Lebensabschnitt, zu begleiten. Ich hatte da auch schon so meine Vermutung, wie diese Fortsetzung aussehen kann. Um ehrlich zu sein, war das in meinem Kopf eine sehr platte Storyline, denn für mich war die Geschichte schon fertig erzählt. Alles, was da jetzt noch kommt, würde das doch nur kaputt machen, oder? Weiterlesen

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Jojo Moyes: Wie ein Leuchten in tiefer Nacht

Sie gehört definitiv zu meinen Lieblingsautoren- Jojo Moyes. Selten schafft es eine Autorin mich so mit einem Thema zu begeistern, von dem ich nicht mal wusste, dass es mich bewegen kann. Mit ihr kam ich zum ersten Mal mit den Themen Behinderung und Sterbehilfe in der Literatur in Berührung  (ich habe tonnenweise Taschentücher beim Lesen verbraucht), habe Paare um ihre Ehe, und Frauen um ihre Selbstständigkeit kämpfen sehen. Und immer wieder sind da Geheimnisse, die in der Vergangenheit liegen, unausgesprochene Sehnsüchte und Wünsche, die doch irgendwann ans Licht kommen.  Durch sie habe ich überhaupt erst davon erfahren, dass viele australische Frauen in den 40ern mit dem Schiff nach England gebracht wurden, um dort mit ihren Verlobten vereint zu werden, die sie vielleicht nur wenige Tage aus ihrem Kriegseinsatz kennen. Frauen zwischen zwei Welten. Besonders die starken weiblichen Charakter haben es Moyes scheinbar angetan, denn auch in „Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ sind es gerade die Frauen, die über sich hinaus wachsen und zu Pionieren für eine neue Generation werden. Weiterlesen